Ariernachweis / Abstammungsnachweis / Ahnenpaß.

Ariernachweis / Abstammungsnachweis / Ahnenpaß.

Beitragvon -sd- » 17.01.2022, 11:46

12. Februar 2005

Betreff: Ariernachweis sowie Ahnenpaß.
Man unterschied zwischen dem sogenannten "Kleinen" und "Großen"
Ariernachweis. Ersterer war während der NS-Zeit allgemein von den
Personen zu erbringen, die in den öffentlichen Dienst eingestellt werden
wollten. Dabei mußte die arische Abkunft bis zum Stichtag 1.1.1800
nachgewiesen werden.

Der große Ariernachweis war von Personen beizubringen, die eine
Karriere in der Partei oder SS und in höheren Beamtenlaufbahnen
anstrebten. Dazu war die arische Vorfahrenreihe i. d. R. bis 1750
nachzuweisen.

Andreas Grunwald

-

14. Februar 2005

Betreff: Ariernachweis Drittes Reich: Kopien bei welcher Stelle ?

Das Rasse- und Siedlungs-Hauptamt-SS hat "unvollständige" (kleine
und große) Ariernachweise aufbewahrt, da ja noch die "Gefahr" bestand,
daß ein Nicht-Arier unter den Vorfahren war - und solche Leute sollten
ja keine Beamten- oder Parteiposten inne haben. In diesen Akten
befindet sich häufig ein Erbgesundheitsbogen, Lebensläufe mit Photos
und weitere Schriftstücke.

Nach dem Krieg hat das "Berlin Document Center" diese Akten mit
anderen NSDAP-Unterlagen zusammengefaßt und ausgewertet.
Inzwischen sind die Akten im Bundesarchiv Abt. III
(ehem. Berlin Document Center), Finckensteinallee 63, 12205 Berlin

www.bundesarchiv.de/aufgaben_organisati ... ich/00340/

zugänglich, außer der Datenschutz steht dem im Wege.

Die wichtigsten Bestände sind:

* Zentrale Mitgliederkartei der NSDAP (ca. 11 Mio. Karteien).
* Parteikorrespondenz (ca. 1,3 Mio. AE).
* Personenakten des Rasse- und Siedlungshauptamtes-SS
(ca. 240 000 AE).
* Personalunterlagen von SS-Angehörigen (ca. 350 000 AE).
* Personalunterlagen von SA-Angehörigen (ca. 550 000 AE).
* Personalunterlagen von Umsiedlern
(Einwandererzentralstelle Litzmannstadt).
* Personenakten der Reichskulturkammer.

Man erhält eigentlich nur Akten von Personen der Zeitgeschichte, von
eigenen Vorfahren, wenn sie verstorben sind UND man das Geburts-
datum kennt (!) oder allgemeine Akten. Man kann also nicht einfach
hingehen und sich durch die Akten wühlen.

In den USA sind die Akten als Mikrofilme im 'National Archive' frei
zugänglich, alphabetisch sortiert und kopierbar - nur wer kommt
schon nach Amerika ?

Die üblichen Stammbücher wurden weder kopiert noch aufbewahrt.
Diese befinden sich ausschließlich in Familienbesitz.

Marc Plessa
Mailto: plessa@web.de
Ahnenforscher und Münzensammler
http://www.geocities.com/mplessa/
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