Wolgadeutsche Siedler 1766 in Samara.

Suche nach ehemals in Süd-Rußland Lebenden.
Quellen zur Familienforschung sowie zur Geschichte der Schwarzmeer-Deutschen.

Wolgadeutsche Siedler 1766 in Samara.

Beitragvon -sd- » 12.08.2013, 10:20

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Liste wolgadeutscher Siedler in der Provinz Samara 1766.
Immigration Listing for Merkel, Samara Province, Russia:
http://margheim.us/OrigSett.htm


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Re: Wolgadeutsche Siedler 1766 in Samara.

Beitragvon enzomasculino » 17.01.2014, 14:47

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Die Veränderungen für die Rußlanddeutschen begann vor dem Jahr 1871, als die Leibeigenschaft abgeschafft wurde.
Zwar arbeiteten russische Bauern weiterhin als Tagelöhner bei deutschen Bauern, aber sie waren keine Sklaven mehr.

1871 trat dann das 'Angleichungsgesetz' in Kraft. Dieses Gesetz hob den Sonderstatus für die deutschen Kolonisten auf.
Ab sofort war der Militärdienst auch für sie verpflichtend und die russische Sprache wurde zur Schulsprache.

Die Rußlanddeutschen waren das 'Angleichungsgesetz' betreffend geteilter Meinung . Einige verstanden es als einen
Schritt zur Integration, aber andere sahen darin einen Versuch der Assimilation der deutschen Kolonisten ins russische
Reich.

Diese Ereignisse führten dazu, daß bis zum Jahr 1912 ca. 300.000 Rußlanddeutsche auswanderten. Allerdings lebten
bis 1914 immer noch 2,4 Millionen Rußlanddeutsche in Rußland
.

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Rußlanddeutsche Spätaussiedler.

Beitragvon -sd- » 06.05.2021, 16:21

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Im alten Rußland hat es schon immer Deutsche gegeben, die als Fachleute
- Handwerker, Kaufleute, Künstler - in den größeren Städten lebten. Seit
dem 18. Jahrhundert zog auch in großer Zahl Landbevölkerung zu. Warum ?
Die Zarin Katharina II. wollte neugewonnene Landstriche an der Wolga er-
schließen; sie brauchte dafür "Entwicklungshelfer", Menschen, die sich dort
ansiedelten und fortschrittliche Bewirtschaftsmethoden einführten. Solchen
"Kolonisten" wurde ein bestimmter Landbesitz und Steuerbefreiung in den
ersten Jahrzehnten geboten, aber auch Relegionsfreiheit, Befreiung vom
Militärdienst und weitgehende Selbstverwaltung.

1763-1768, in der Zeit nach dem Siebenjährigen Krieg, fanden die Werber
der Zarin Zulauf vor allem in Deutschland, besonders in Hessen. Nach den
guten Erfahrungen mit ihnen erneuerte Zar Alexander I. dieses Angebot
für die neugewonnenen Gebiete am Schwarzen Meer. Anfang des 19. Jahr-
hunderts, während und nach den napoleonischen Kriegen, kamen Kolonisten
vor allem aus Württemberg und der Pfalz, aber auch aus allen anderen
Gegenden Deutschlands in die südliche Ukraine, auf die Krim und in den
Kaukasus. Die Siedlungen in Wolhynien wurden ebenfalls von Deutschen
der verschiedensten Gebieten, vor allem aus Polen, angelegt.

Zunächst erfreuten sich die Deutschen des Wohlwollens der Regierung.
Als aber ihre kolonisatorische Aufgabe im wesentlichen gelöst war, wurde
ihre Sonderstellung immer weniger verstanden. Schon vor hundert Jahren
setzten immer stärkere Bemühungen ein, ihre Rechte zu beschneiden,
die Militärpflicht und die russische Sprache auch in ihren geschlossenen
Siedlungsgebieten einzuführen und dergleichen mehr.

Im Ersten Weltkrieg wurde der öffentliche Gebrauch der deutschen Sprache
verboten, die allgemeine Enteignung und Zwangsaussiedlung vorbereitet,
die bei den Wolhyniendeutschen auch wirklich durchgeführt wurde, obwohl
sie loyale Staatsbürger waren. Die russische Revolution von 1917 brachte
zunächst Erleichterungen. An der Wolga wurde die 'Wolgadeutsche Sowjet-
republik' gegründet. Durch die inneren Wirren, die Enteignung und Ver-
folgung der wohlhabenden Bauern wurde dann aber die deutsche Bevöl-
kerung besonders schwer getroffen.

In den Hungerjahren 1921/22 und 1932/33 kamen 300.000 von ihnen ums
Leben; ihre Führungsschicht wurde fast ganz ausgerottet. Im Jahr des
"Roten Terrors", 1937, wurden erneut Unzählige verschleppt oder umge-
bracht, darunter die letzten evangelischen Pastoren.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Deutschen erneut der Staatsfeindschaft
beschuldigt. Soweit sie im sowjetischen Machtbereich verblieben, wurden
sie aus ihren bisherigen Siedlungsgebieten in unerschlossene Bereiche
Sibiriens verschleppt: die Wolgadeutsche Sowjetrepublik wurde 1944
offiziell aufgelöst. Soweit sie in den Einflußbereich der deutschen Truppen
gekommen waren - in der westlichen Ukraine - gingen etwa 350.000
beim Rückzug der Wehrmacht mit nach dem Westen und erhielten hier
die deutsche Staatsbürgerschaft. Dennoch wurden 250.000 von ihnen
- überwiegend Frauen und Kinder - wieder in die Sowjetunion ver-
schleppt und in härtester Zwangsarbeit eingesetzt. Ein großer Teil von
ihnen starb in den ersten Nachkriegsjahren an Hunger und Entkräftung.

Erst 1955 - nach dem Besuch Adenauers in Moskau - wurden die Deut-
schen aus den Lagern entlassen und erhielten das Recht, sich frei zu be-
wegen. Ihre früheren Wohngebiete jedoch blieben ihnen nach wie vor
verschlossen, und für die Enteignungen gab es keine Entschädigung.
Um Familienangehörige zu finden oder bessere Lebensbedingungen aus-
findig zu machen, zogen die heimatlos gewordenen Deutschen immer
wieder um, zumeist über riesige Entfernungen hinweg in sibirische Ort-
schaften oder in die westlichen Grenzgebiete der Sowjetunion, in das
Baltikum oder in die Moldaurepublik.

Quelle:
Auszug aus einem Faltprospekt der Dienststelle für die Vertriebenen-
und Spätaussiedlerarbeit / Konvent der zerstr. ev. Ostkirchen der
Ev.-luth Landeskirche Hannovers. Haus der Heimat, Hedemünden.

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